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125 Jahre Vereinsgeschichte


Bei der Gründung des Gesangvereines Leutenbach im Jahre 1890 waren eifrige Sänger tätig. Gründungschorleiter war Lehrer Bernhard Endres, Johann Reck 1. Vorsitzender, Heinrich Vasold übte das Amt des Kassiers aus und Hans Schlund war Schriftführer.
Der Vereinsdiener musste ab diesem Zeitpunkt jeden Monat 10 Pfennig Monatsgeld pro Mitglied einkassieren!
Nur der zweite Weltkrieg konnte die Sänger zur Pause zwingen, wie aus der Chronik ersichtlich ist.
Bis 1900 gab es keinerlei Aufzeichnungen, so dass vermutlich die Vorstandschaft unverändert blieb. 1900 ging aus der Generalversammlung als 1. Vorstand Georg Vasold hervor, 2. Vors. Joseph Roth, als Schriftführer Joseph Harrer 45 und als Kassier Johann Harrer 27. Bapist Drummer aus Dietzhof wurde in diesem Jahr als neuer Chorleiter verpflichtet.

1902 wurde der Gesangverein Leutenbach in den Gesangverein "Sängerlust" Leutenbach umgewandelt.

Folgende Vorstände agierten in den Jahren:
1905 Jakob Galster
1907 Georg Harrer
1908 Johann Weber (Hsnr. 78)
1910 Johann Harrer (Hsrnr. 28)
1912 wieder Georg Harrer

Von 1914 bis 1920 sind infolge des 1. Weltkrieges keine Aufzeichnungen vorhanden.
Weihnachten 1920 wurde der Verein wieder aktiv. Aus dieser 2. Gründungsversammlung ging Georg Harrer als 1. Vorstand hervor. Als Chorleiter konnte Kaplan Andreas Bierfelder gewonnen werden und der Verein erhielt den neuen Namen "Liederkranz" Leutenbach. Zu dieser Zeit bildete sich eine Theatergruppe, die sich aus Mitgliedern des Gesangvereines zusammensetzte.
1922 wurde beim Preissingen des Fränkischen Sängerbundes in Bamberg teilgenommen, wo man den beachtlichen 4. Platz belegte. Chorleiter war ab diesem Jahr Lehrer Hofmann aus Seidmar. Im Jahre 1927 trat der Verein dem Fränkischen Sängerbund bei. Am 26. Juni des gleichen Jahres wurde die Fahne des Gesangvereins geweiht. Als Patenverein konnte der GV "Liederkranz" Effeltrich gewonnen werden.
Im 2. Weltkrieg von 1939-1945 ruhte die Sängertätigkeit weitgehend. Jedoch hat Oberlehrer Hofmann in dieser schweren Zeit mit seinem gemischten Chor die Festgottesdienste durch Aufführungen von Messen und anderen kirchlichen Liedern verschönt und somit das Vereinsleben einigermaßen aufrecht erhalten.
Am 15. Juni 1946 konnten bei der Generalversammlung 24 junge Sänger gewonnen werden. Als Vorstand wurde wiederum Georg Harrer bestimmt. Oberlehrer Hofmann übernahm weiterhin die Dirigentenstelle. Von 1948 an berichtet die Chronik auch wieder von häufigen Laienspielen, womit die Vereinskasse aufgebessert werden konnte.

1951 bat Vorstand Georg Harrer aus Altersgründen um seinen Rücktritt. Er hatte 40 Jahre lang den Verein geleitet. Daraufhin wurde Hans Stöhr (Hsnr. 42) zum neuen Vorsitzenden gewählt, dem ein Jahr später Josef Roth (Hsnr. 90) folgte. Am 19.03.1952 wurde Georg Harrer zum Ehrenvorstand ernannt.

1953 übernahm Oberlehrer Hofmann das Amt des Gruppenchorleiters in der neugegründeten Gruppe "Fränkische Schweiz", in die der Verein dann ebenfalls wechselte. Zwei große Verluste trafen den Verein im Jahre 1956. Es verstarb der Vereinswirt Hans Schütz sowie der Dirigent Lehrer Hofmann. Als Nachfolger konnte im Jahre 1957 der Organist Josef Galster gewonnen werden. 1961 wurde Dr. Georg Kanzler, Pfarrer und Heimatdichter in Leutenbach, zum Ehrenmitglied ernannt. 1963 wurde in der Generalversammlung Alfons Drummer zum neuen Vorstand gewählt. Josef Roth hatte den Vorsitz 11 Jahre lang inne. Heinrich Ismeier übernahm den Posten des Kassiers. Ein Jahr später, 1964, wechselte der Verein aus geographischen Gründen zur Sängergruppe "Forchheim-Ost". 1965 konnte bereits das 75jährige Bestehen begangen werden. Am 15. August wurde dieses Jubiläum zusammen mit dem Gruppensängerfest gefeiert. Der Schirmherr war Götz Freiherr von Pölnitz. Als Patenverrein konnte der Gesangverein Effeltrich gewonnen werden. In dieser Zeit lebte auch das Laienspiel wieder auf. Nachfolgend je ein Bild aus drei aufgeführten Stücken.

Das obere Bild zeigt einen Ausschnitt aus "Der Satan vom Brandnerhof";
mittleres Bild: "Der Falkentoni",
unteres Bild: "Der saftige Kuhhandel".

1972 trat Alfons Drummer nach 9jähriger Tätigkeit als Vorsitzender zurück und Nachfolger wurde Helmut Keilholz. Im Oktober des gleichen Jahres starb unser Ehrenvorstand Georg Harrer. Nach 3jähriger Tätigkeit trat Helmut Keilholz in der Generalversammlung 1975 zurück und ihm folgte Otto Siebenhaar. Im gleichen Jahr verstarb unser allseits geschätzter Seelsorger Dr. Georg Kanzler, dem in Bamberg die letzte Ehre erwiesen wurde.

Im Mai 1978 rief 1. Bürgermeister Franz Heim den gemischten Chor wieder ins Leben. Der Chor wurde offiziell am 08.06.1978 in den Gesangverein "Liederkranz" Leutenbach eingegliedert. Erfreulicherweise traten auch viele junge Sängerinnen spontan dem Verein bei. 1980 wurde das 90jährige Gründungsfest im kleinen Rahmen gefeiert. Im Saal der Gastwirtschaft Rumpler wurde am 26.04. ein Festabend abgehalten.

1981 trat Chorleiter Josef Galster nach 25jähriger Dirigententätigkeit zurück. An seine Stelle trat Franz Heim, der nun Chorleiter beider Chöre war. Die nächsten Jahre verliefen harmonisch, erfolgreich mit niveauvollen Veranstaltungen, Aufführungen von lat. Messen und mit unveränderter Vorstandschaft. Beim Ehrungsabend im März 1982 wurde Josef Galster zum Ehrenchorleiter ernannt. Einen guten Ruf über die Grenzen hinaus, erreichte der Verein durch die Teilnahme an der Chorserenade in Schloss Thurn, die im Juli 1986 stattfand. Dort sang der gem. Chor unter Leitung von Manfred Maier, einem Erlanger Komponisten, dessen selbst komponierten Liebesliederzyklus "Wo du mir bist". Von einem äußerst kritischen Publikum erhielten wir für diese Uraufführung ein großes Lob. Eine besondere Ehre war es uns, die Installation des neuen Pfarrers von Leutenbach, Alfred Beißer am 07.02.1988 mit feierlichen Liedern zu umrahmen.

Erfolgreich startete das Jahr 1989. Dem Vorsitzenden Otto Siebenhaar war es gelungen, einen Kinderchor ins Leben zu rufen, der mit ca. 28 Kindern startete und beim 100jährigen Gründungsfest 34 Kinder umfasste.

1990 wurde vom 17.-20. Mai das 100jährige Gründungsfest gefeiert. Schirmherr war unser Chorleiter und Altbürgermeister Franz Heim. Die Patenschaft übernahm der Gesangverein 'Cäcilia' Kirchehrenbach. Am Sonntag wurde dem GV "Liederkranz" Leutenbach nach dem Platzsingen und Festzug durch Landrat Otto Ammon im Festzelt die Zelter-Plakette überreicht.

Für die Festschrift wurden Gemischter- und Männerchor in der Aula Mittelehrenbach abgelichtet.

Im Jahre 1992 beteiligten wir uns mit beiden Chören unter Chorleiter Franz Heim an einer Kassettenaufnahme des Landkreises Forchheim. Wir sangen mit dem gem. Chor das Lied "Wach auf mein's Herzens Schöne" und mit dem Männerchor "Dein gedenk ich ".

Im Jahre 1993 übergab Franz Heim sein Amt als Chorleiter an seinen Nachfolger Jürgen Greger. Im November des gleichen Jahres wurde H. Heim zum Ehrenchorleiter ernannt.

Unter Jürgen Greger verbreiterte sich das Spektrum des Liedgutes. So begannen die Chöre auch Liedgut in englischer, italienischer oder russischer Sprache zu singen. Der gem. Chor übte Gospels ein, die bald mit Gitarrenbegleitung durch Jürgen Greger in Gottesdiensten mit viel Freude aufgeführt wurden.
1996 wurde durch den Sängerkreis als Initiator eine CD mit dem Titel "Freunde lasst uns fröhlich singen" aufgenommen. Wir durften uns mit beiden Chören beteiligen und spielten folgende Lieder ein: gemischter Chor - "Hörst du das Lied" und Männerchor - "Vineta".

Hörst du das Lied

Vineta


2000 folgte eine weitere CD-Aufnahme in den Studios im Colosseum Nürnberg für eine Weihnachts-CD des Landkreises Forchheim. Der gem. Chor nahm u. a. die Titel "Wenn ich ein Glöcklein wär" und "Immer, wenn es Weihnacht wird" auf.

Wenn ich ein Glöcklein wär

Immer, wenn es Weihnacht wird

Das folgende Bild des gem. Chores wurde in der Innenseite des Covers veröffentlicht. Daneben der Männerchor im gleichen Jahr.

Im Jahre 2002 verstarb viel zu früh unser Vereinswirt Hans Spindler, dem der Männerchor die letzte Ehre erwies.
Nach 28 Jahren gab 2003 Vorsitzender Otto Siebenhaar sein Amt an den langjährigen zweiten Vorsitzenden Richard Dorsch weiter. Gleichzeitig legte Heinrich Ismeier nach 40 Jahren sein Amt als Kassier nieder und verbleibt aber weiterhin als 2. Kassier in der Vorstandschaft.
Unfassbar für alle Sängerinnen und Sänger verstarb am 21.06.2004 auf tragische Weise unser Chorleiter Jürgen Greger. Bernhard Maltenberger übernahm kommisarisch die Leitung der Chöre, bis wir im Oktober des gleichen Jahres Jochen Sitzmann als Nachfolger verpflichten konnten.
Die Proben mit den Erwachsenenchören konnten so glücklicherweise ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. In den folgenden Jahren wurden erfolgreich Konzerte abgehalten, sowie verschiedene Jubiläen umrahmt. Das Sängerjahr 2009 beschlossen wir mit einem gelungenen Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche St. Jakobus.
Mittlerweile wird es immer schwieriger Nachwuchssängerinnen und -sänger zu finden. Die gleichen Probleme bestehen bei den Kindern. Es war nicht möglich, Kinder auf Dauer für den Chorgesang zu motivieren. Der Kinderchor musste deshalb zum 01.01.2009 aufgelöst werden, da nur noch 4 Kinder aktiv waren.

Im Dezember 2009 eröffnete Chorleiter Jochen Sitzmann der Vorstandschaft, dass er spätestens nach der Sommerpause 2010 die Chorleitung aus beruflichen Gründen abgeben muss. So sah sich der Verein gezwungen, eine neue Chorleitung zu suchen.
Der GV "Liederkranz" umfasst im Januar 2010 263 Mitglieder, davon sind 45 Mitglieder aktive Sängerinnen und Sänger.

Ein Glücksfall war für uns Christiane Gagesch, die vor kurzem nach Dietzhof gezogen war und neben Josef Galster als Organistin in der Pfarrkirche fungiert. Auf unsere Nachfrage hin erklärte sie sich bereit, die Chöre zu übernehmen. Seit April 2010 leitet sie nun den gemischten Chor, der bei ihrer Hochzeit mit Andreas Weig im Juni 2010 den Trauungsottesdienst mitgestaltete. Ab September 2010 übernahm sie dann auch den Männerchor. So werden erstmals in der Vereinsgeschichte die Chöre von einer Frau dirigiert.

Zwei Jahre führte sie erfolgreich die Chöre und beschloss mit einem sehr ansprechenden Adventskonzert am 09.12.2012 im Pfarrheim das Jahr. Entsprechend überraschte sie uns an der Generalversammlung 2013 mit der Mitteilung, dass sie im Herbst wieder beruflich einsteigen möchte und daher aus Zeitgründen die Chöre zu diesem Zeitpunkt leider abgeben muss. So sah sich die Vorstandschaft gezwungen, wieder nach einer neuen Chorleitung zu suchen. In dieser Generalversammlung fanden auch Neuwahlen statt. Nach 50 Jahren in der Vorstandschaft - davon 40 Jahre 1. Kassier - stellte auch Heinrich Ismeier sein Amt zur Verfügung.

Auf unserer Suche nach einer neuen Dirigentin / einem neuen Dirigenten fanden wir glücklicherweise in Frau Estira Nikkhah bald eine Nachfolgerin. Dankenswerterweise übernahm sie bereits im Mai probehalber die Chorproben und auf beidseitigem Wunsch leitete sie ab Juni 2013 die Chöre. Unter ihrer Stabführung konnten die Leistungen der Chöre deutlich gesteigert werden. Durch ihre perfekte Klavierbegleitung konnten zudem auch modernere Lieder – zum Beispiel von ABBA oder Udo Jürgens sowie auch Musicalstücke – gesungen werden, die nicht nur die Zuhörer, sondern vielmehr noch die Sängerinnen und Sänger begeisterten. So war das Bedauern groß, als Estira Anfang des Jahres 2016 mitteilte, dass sie aus beruflichen Gründen ihres Mannes nach Stuttgart ziehen würden. Daher kann sie die Chöre ab Herbst nicht mehr leiten. So musste sich die Vorstandschaft erneut auf die Suche machen. Mit Alexandra Goess-Schmitt aus Weingarts fand sich eine junge, talentierte Chorleiterin, die nun seit September 2016 beide Chöre übernahm.

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